29. Oktober 2025
Der Kultur- und Sportring Malchow e. V. (KSR) trägt dazu bei, dass die Inselstadt ganzjährig für Touristen und Einheimische etwas zu bieten hat.
Trubel im Sommer, ansonsten Flaute. Dieses Konzept hat sich überlebt, zumindest an der Mecklenburgischen Seenplatte. „Die Touristen kommen zunehmend auch in der Nebensaison, weil die Unterkünfte in der Hauptsaison oft teuer und die attraktiven Orte überlaufen sind“, sagt Daniel Finn, Geschäftsführer des KSR. Diese Verschiebung sorgt dafür, dass Angebote ganzjährig angenommen, aber auch gezielt nachgefragt werden. Mit dieser im Vergleich zur Vergangenheit gleichmäßigeren Auslastung kann der Kultur- und Sportring seine Mitarbeiter ganzjährig beschäftigen. „Als ich im Jahr 2019 meine Aufgaben hier übernahm, waren zahlreiche Mitarbeiter nur in der Saison angestellt“, berichtet der KSR-Geschäftsführer. Im Winter mussten sie sich etwas anderes suchen oder sich arbeitslos melden. „Das wäre heute gar nicht mehr denkbar, dass Leute dies mitmachen.“ Finn trat damals an die Lokalpolitik heran mit dem Anliegen, das zu ändern – und war erfolgreich.
Der KSR bietet in seinen verschiedenen Einrichtungen zum einen übers Jahr verteilt mehr als dreißig Veranstaltungen an. Daniel Finn ist seinen Mitarbeitern sehr dankbar, dass sie mit vollem Einsatz bei diesen mitwirken, auch wenn sie abends oder am Wochenende stattfinden. In der Nebensaison richten sich diese Angebote vor allem an Einheimische – sei es nun der Frauentag, die Orientalische Nacht, Nachts im Museum, die Bier- und Genussmeile oder der Adventsmarkt. Wer die „Malchow Card“ besitzt, bekommt oft Rabatt auf den Eintrittspreis. „Nach und nach haben wir es so geschafft, dass auch die Malchower und die Bürger aus dem Umland zu den Veranstaltungen kommen.“ Zum anderen öffnen die Malchower Museen, die alle unter der Regie des KSR laufen, nun auch in der kalten Jahreszeit. „Wir sehen an den Besucherzahlen, dass das genutzt wird. Die Einnahmen daraus ermöglichen uns wiederum zusätzliche finanzielle Spielräume“, erläutert Daniel Finn. In der Nebensaison kooperiert der KSR verstärkt mit Kitas und Schulen und bietet Führungen für diese an. Auch auf eine Zusammenarbeit mit dem Land Fleesensee setzt der KSR: Dort können Gäste den Urlaub als Paket mit dem Besuch eines Malchower Museums oder einer anderen KSR-Einrichtung buchen. Die Zielgruppe Kinder und Jugendliche möchte der KSR in Zukunft noch stärker in den Blick nehmen: Man führt derzeit Gespräche mit dem Mach-Mit-Museum für Kinder in Berlin mit dem Ziel, eine Art Außenstelle in Malchow zu etablieren. „Kinder wollen in einem Museum aktiv sein, Dinge anfassen und ausprobieren können“, begründet Finn dies.
Eine Neuerung wird es am Strandbad Malchow zu Beginn der Badesaison geben, die ausnahmsweise nur indirekt mit der Nebensaison zu tun hat: Der KSR übernimmt die kulinarische Versorgung des Strandbads. „Wir mieten dazu einen Container mit einem Lagerraum an“, kündigt Daniel Finn an. Der Container sei abschließbar und könne vor der Saison ansprechend gestaltet werden. Drei Mitarbeiter der Eishalle Malchow werden den Versorgungsstand täglich betreuen und eventuell auch Themenveranstaltungen anbieten. Im Sommer hat dieses Team Zeit für die neue Aufgabe. Denn die warme Jahreszeit ist in der Eishalle gewissermaßen Nebensaison.